Blogparade „Wieso kommt es zu einer Revolution?“

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Deutsches Historisches Museum Berlin

Anlässlich der neuen Ausstellung im Deutschen Historischen Museum Berlin „1917. Revolution. Russland und Europa“ ruft das Museum zu einer Blogparade auf und stellt die Frage, wie es zu einer Revolution kommen kann. Sowohl gesellschaftliche, wirtschaftliche, politische als auch persönliche Aspekte können hierbei Berücksichtigung finden. Das Museum nennt in seinem Aufruf exemplarisch die Umbrüche zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die Einflüsse des Internets und das Aufkommen der veganen Ernährung.

Was ist eigentlich eine Revolution?

Als ich die Ausgangsfrage der Blogparade gelesen habe – wie kommt es zu einer Revolution – musste ich unweigerlich an die Frage, was ist denn überhaupt eine Revolution, und an meine Unizeit denken. Denn in der Einführungsvorlesung Neuere Geschichte, die ich sowohl als Studentin besucht aber auch als Tutorin begleitet habe, gab es eine Sitzung, die sich genau mit dieser Fragestellung auseinandergesetzt hat. Zu Beginn dieser Vorlesung wurde diese Definition vorgetragen: Eine Revolution ist

  • jeder Versuch einer gesellschaftlich untergeordneten Gruppe mit Mitteln der Gewalt
  • eine Regierungsänderung durchzusetzen
  • eine Ablösung des Regimes zu bewirken
  • die Gesellschaft zu verändern im Bezug auf Normen und Werten

Als Beispiele wurden die Englische, Amerikanische und Französische Revolution angeführt. Bereits während der Vorlesung wurde die Frage in den Raum geworfen, wie beispielsweise die 89/90er Revolution in die Reihe von Revolutionen passen würde. Auch Begriffe wie „Industrielle Revolution“, „Sexuelle Revolution“ oder „Digitale Revolution“ stellen die oben genannte Definition in Frage. Unbestritten haben wohl alle diese Ereignisse, die mit Revolution umschrieben werden, gemeinsam, dass sie eine Veränderung im gesellschaftlichen (Zusammen-)Leben bewirkt haben. Und zwar in einer umwälzenden, bislang unbekannten Art und Weise. Häufig wird allerdings kritisiert, dass der Begriff Revolution inflationär verwendet werde. Der Blogparadenaufruf des DHM nimmt dies bereits auf:

„[…] die Vokabel „Revolution“ kommt uns heute oft schnell über die Lippen, und oft trifft sie auch zu. Neue Entwicklungen krempeln bestehende Verhältnisse um, sorgen für modifizierte Strukturen und veränderte Spielregeln. Wenn man also genau hinschaut, versteckt sich „Revolution“ in vielen Dingen. […]“.

Diese Aspekte des Umkrempelns von bestehenden Verhältnissen und der Veränderung von gesellschaftlichen Spielregeln halte ich an dieser Stelle für bedeutsam, um Ereignisse bzw. Prozesse mit dem Begriff Revolution zu bezeichnen. Daher stehen für mich zwei Bereiche im Fokus, die ich als Revolution empfinden würde:

Die Anerkennung der kolonialen Vergangenheit sowie der Einflüsse dieses Abschnitts deutscher Geschichte bis heute

Bis heute ist es immer noch keine Selbstverständlichkeit, dass die koloniale Vergangenheit und die Auswirkungen auf die deutsche Gesellschaft (statt ausschließlich die kolonisierten Bevölkerungen zu berücksichtigen) als wichtiger Bestandteil der deutschen Geschichte gesehen wird. Viel zu häufig wird das Argument angeführt, die Phase des deutschen Kolonialismus sei zu kurz gewesen, um wesentliche Veränderungen verursacht zu haben. Die postkolonialen Studien, die nicht nur die Auswirkungen des Kolonialismus auf die Kolonien (Peripherien), sondern auch auf die Kolonialmächte (Zentren) untersuchen, sind daher umso bedeutsamer für Deutschland.  Auch die aktuell geführten Diskussionen um das Humboldt-Forum sowie die Provenienzforschung im Bezug auf diesen Abschnitt der Geschichte zeigen, dass die deutsche Gesellschaft, aber auch die Museums- und Kulturlandschaft weit davon entfernt sind, die koloniale Vergangenheit und die daraus entstandene Verantwortung nicht nur bloß wahrzunehmen, sondern anzuerkennen und entsprechende Veränderungsprozesse im Handeln und Denken zu bewirken. Der Historiker Jürgen Zimmerer muss an dieser Stelle als herausragende Person genannt werden. Er setzt sich unermüdlich im wissenschaftlichen und gesellschaftlich-öffentlichen Bereich für eben solche Veränderungen ein – für viele sicherlich unbequem, aber notwendig. Die koloniale Vergangenheit muss als selbstverständlicher Teil deutscher Geschichte gesehen werden, ohne dass damit eine Verharmlosung einhergeht. (Ähnliches gilt für die Migrationsgeschichte: Migration sollte nicht mehr als Thema für Sonderausstellungen in Museen herhalten müssen, sondern als sich durchziehender Faden in den Dauerausstellungen integriert werden. Siehe dazu auch meinen Blogbeitrag zur Ausstellung „Immer bunter. Einwanderungsland Deutschland“im Haus der Geschichte.)

Für mich wäre es also eine Revolution, wenn die koloniale Geschichte in der deutschen Gesellschaft nicht mehr als Randthema, als „zwischendurch-mal-aufflackerndes“ Thema behandelt werden würde. Die Anerkennung der kolonialen Vergangenheit und die Annahme der Verantwortung aus dieser würde zum Beispiel auch dazu führen, dass ein grundsätzliches Umdenken über die Frage „Was bzw. wer ist deutsch?“ stattfinden würde. Auch wäre in meinen Augen dann beispielsweise eine kritische und weniger emotionale Auseinandersetzung über die historischen Entstehungsgeschichten so mancher Kinderbücher möglich.

Wenn Mädchen nicht mehr nur rosa tragen und Jungs nicht mehr nur mit Baggern spielen müssen

Apropros Kinderbücher. Der zweite Bereich, der für mich wichtig ist und dessen Veränderung ich als Revolution bezeichnen würde, betrifft alles rund um Rollenklischees. Zugegeben ein sehr großes Feld. Und eigentlich sollte man meinen, dass spätestens seit der sogenannten Sexuellen Revolution – da ist der Begriff Revolution wieder – gesellschaftliche Prozesse stattgefunden haben, die ein Umdenken bewirkt haben. Dies mag sicherlich auch in vielen Bereichen der Fall sein. Aber als Mama einer kleinen Tochter stelle ich so gut wie jeden Tag fest, dass sich Rollenklischees und -zuweisungen, die als vermeintlich typisch beschrieben werden, doch hartnäckig halten. Wie bereits in einem anderen Blogbeitrag beschrieben, sind die Kleidung und das Spielzeug für Kinder der offensichtliche Beweis für eine Unterscheidung der Geschlechter. Mädchen tragen rosa und Glitzer und möchten Prinzessinen sein. Jungen spielen nur mit Autos und Baggern und haben blaue Kleidung an. Das heißt, bereits von Beginn an werden die Kleinen auf dieses Muster geprägt. So passiert es, dass meine Tochter häufiger für einen Jungen gehalten wird, weil sie kein Rosa (sondern grün oder türkis) trägt. Bevor ich Mama geworden bin, dachte ich, dass wir über dieses Stadium eigentlich hinaus seien. Aber derzeit würde ich eher das Gegenteil annehmen. Diese Rollenzuweisungen finden sich auch in zahlreichen Kinderbüchern wieder, in denen die Mädchen als passive Prinzessinenfigur auftreten. Entsprechend begeistert war ich, als ich erfahren habe, dass es seit einiger Zeit ein Buch mit Gute-Nacht-Geschichten gibt, in den 100 Frauen poträtriert werden, die auf unterschiedliche Weise Besonderes geleistet haben – und eben nicht in einem Schloss auf einen Prinzen gewartet haben. Diese Zuweisungen und Rollenbildern ziehen sich bis ins Berufsleben und darüber hinaus weiter.

Es wäre für mich eine weitere Revolution, wenn in der Gesellschaft solche und ähnliche Zuschreibungen verloren gehen und keinerlei Bedeutung mehr spielen. Auch hier wünsche ich mir unter dem Schlagwort Selbstverständlichkeit, dass es selbstverständlich wird, dass jeder, unabhängig vom Geschlecht, beispielsweise den Beruf ergreift/ die Position erreicht, der/ die als eigenes Ziel formuliert ist.

Meine beiden hier aufgeführten Beispiele haben hoffentlich verdeutlicht, inwiefern sie – in Anlehnung an die Worte des Blogparadenaufrufs – Strukturen modifizieren und Spielregeln verändern und damit als Revolutionen gelten können.

 

 

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13 Gedanken zu “Blogparade „Wieso kommt es zu einer Revolution?“

  1. peter3020

    „Eine Revolution ist jeder Versuch einer gesellschaftlich untergeordneten Gruppe, mit Mitteln der Gewalt
    – eine Regierungsänderung durchzusetzen
    – eine Ablösung des Regimes zu bewirken
    – die Gesellschaft zu verändern im Bezug auf Normen und Werten.“
    Da passen „Revolutionen von oben“ – wie die Umgestaltung des Deutschen Zollvereins nebst Reichseinigung 1871 – mit Verlaub überhaupt nicht hinein.

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  2. peter3020

    „Aber so wie ich Sie verstehe, würde es bedeuten, dass es niemals zu Veränderungen kommen kann, da stets die Kräfte mächtiger sind, die sich gegen diese Veränderungen stellen.“
    So habe ich das natürlich nicht gemeint, denn es fanden und finden ja Revolutionen statt.

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  3. Nochmal zu Ihrer Frage, was ich unter Politischer Ökonomie verstünde. Ich habe sie zuerst nicht richtig verstanden – jetzt, wo ich bei https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_%C3%96konomie nachgelesen habe, glaube ich zu verstehen, weshalb Sie sie gestellt haben. – Ich meine mit Politischer Ökonomie diejenige Wissenschaft, deren Gegenstand die Art und Weise der gesellschaftlichen Erzeugung und Verteilung materieller oder ideeller Güter ist.

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  4. Hallo Herr Enders,

    ich kann Ihre Punkte, die Sie ja auch mit einigen Beispielen unterstreichen, nachvollziehen. Aber so wie ich Sie verstehe, würde es bedeuten, dass es niemals zu Veränderungen kommen kann, da stets die Kräfte mächtiger sind, die sich gegen diese Veränderungen stellen. Auch wenn es zahlreiche Beispiele gibt, bei denen gezeigt werden kann, dass die ursprünglichen Ideale und angestrebten gesellschaftlichen Veränderungen im Endeffekt nicht eingetreten sind (weil wieder rückgängig gemacht und gar nicht erst umgesetzt), sollten wir dann auch wieder die Veränderungen ins Auge fassen, die eben im Kleinen passiert sind. Dabei würde ich dann gerne auf das von Ihnen genannte Beispiel der Frauen als Busfahrerinnen zurückgreifen: In der Tat war es aus Sicht der Emanzipation/ Gleichberechtigung der Geschlechter gesehen bloß ein kleiner Schritt, aber diese „kleine“ Veränderung hat wiederum weitere gesellschaftliche Debatten angestoßen, die es braucht, um die Gleichberechtigung voranzutreiben.
    An diesen Beispielen – so finde ich – sieht man gut, dass gesellschaftliche Umwälzungen eben nicht innerhalb weniger Jahre vollzogen werden – dieser zeitliche Aspekt wird in vielen Definitionen von „Revolution“ ja gerne angeführt. Ich denke, erst aus der Rückschau lassen sich solche kleinen Veränderungen als solche markieren, die wiederum für die Gegenwart großen Einfluss hatten/haben.

    Beste Grüße

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  5. Liebe Frau Kaffer-Schmickler,
    vielen Dank für Ihre freundliche Antwort.
    Mit „mehrere Ebenen von Schnelligkeit“ meinen Sie sicher Ebenen mit verschiedenen Schnelligkeiten. Da stimme ich Ihnen natürlich zu: I. d. R. verändern sich die verschiedenen Bereiche der Gesellschaft (Wirtschaft, Kultur, soziale Verhältnisse) unterschiedlich schnell, und genau deshalb gibt es wirtschaftliche (nicht nur industrielle), soziale und kulturelle Revolutionen — während derer sich andere Bereiche oft allmählich, „evolutionär“ entwickeln.
    Die inflationäre Verwendung des Attributs „revolutionär“ ist vermutlich auf die grassierende Verflachung der Sprache zurückzuführen. Die Zulassung von Frauen als Bus- und Straßenbahnfahrerinnen (BRD 1973, DDR 1953) war für viele Konservative vermutlich „revolutionär“ — tatsächlich aber nur evolutionär für die Gleichberechtigung der Frau, denn diese hat sich damit noch lange nicht durchgesetzt. Das gleiche trifft vermutlich auf Ihre Beispiele zu, zu denen Sie schreiben: „Es wäre für mich eine weitere Revolution, wenn in der Gesellschaft solche und ähnliche Zuschreibungen verloren gehen und keinerlei Bedeutung mehr spielen.“
    Das bringt mich zu dieser Frage: Was halten Sie von Politischer Ökonomie?
    Beste Wünsche,
    Peter Enders

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    • Hallo Herr Enders,

      ich stimme Ihnen bei Ihren Beispielen zu, die wunderbar meine Beispiele ergänzen. 🙂 Ich denke, wir zielen hier in die gleiche Richtung.
      Was genau verstehen Sie unter „Politischer Ökonomie“?

      Beste Grüße zurück
      Indira Kaffer-Schmickler

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      • Liebe Frau Kaffer-Schmickler,
        vielen Dank für Ihre Nachfrage „Was genau verstehen Sie unter „Politischer Ökonomie“?“.
        1) Vor einigen Jahren antwortete Schumpeter auf die Frage des Spiegels, was sein größter fachlicher Fehler gewesen sei, dass er nach dem 2. Weltkrieg einen großen wirtschaftlichen Aufstieg in Südamerika vorausgesagt hat.
        Mein Schulwissen in Politischer Ökonomie fragt: Welche gesellschaftlichen Schichten sollen dies bewirken? (es herrschten uneingeschränkt Großgrundbesitzer und Katholische Kirche)
        2) Vor einigen Jahren sagte Steinmeier auf einer Wahlkampfveranstaltung in unserer Stadt, dass die Bundesregierung angenommen hat. dass sich die Arabellion in Tunesien von selbst trägt.
        Mein Schulwissen in Politischer Ökonomie fragt: Welche gesellschaftlichen Schichten sollten dies tragen? — Als ich den örtlichen SPD-Politiker daraufhin ansprach, guckte er mich an wie einen Geist.
        Beste Wünsche,
        Peter Enders

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      • Hallo Herr Enders,

        zielführend und wenn man so will auch effektiv werden Veränderungen wohl nur sein, wenn sie von (möglichst) vielen gesellschaftlichen Schichten bzw. Institutionen/ Einrichtungen getragen und gefördert werden. Aber da Veränderungen nicht immer nur als positiv wahrgenommen, sondern von entsprechenden Kräften auch als Gefahr für die eigene Machtposition gesehen werden, wird es immer auch „Gegenwind“ geben.
        Voraussetzung für Veränderungen ist in meinen Augen vor allem, dass es trotz aller Rahmenbedingungen funktionierende Institutionen gibt, die ihren Einfluss gelten machen und auch gesellschaftliche Debatten und Mobilisierung anstoßen können.

        Viele Grüße und noch einen schönen Abend

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      • Liebe Frau Kaffer-Schmickler,
        Sie schreiben,
        „zielführend und wenn man so will auch effektiv werden Veränderungen wohl nur sein, wenn sie von (möglichst) vielen gesellschaftlichen Schichten bzw. Institutionen/ Einrichtungen getragen und gefördert werden.“
        Da stimme ich Ihnen zu, was die Dauerhaftigkeit betrifft. Weiter schreiben Sie,
        „Aber da Veränderungen nicht immer nur als positiv wahrgenommen, sondern von entsprechenden Kräften auch als Gefahr für die eigene Machtposition gesehen werden, wird es immer auch „Gegenwind“ geben.“
        Da kommen wir dem Wesen schon näher 🙂
        Ich stelle mal 2 Thesen auf:
        1) Es gibt Veränderungen, die sich mehr oder weniger allmählich durchsetzen, weil hierbei „die eigene Machtposition“ _nicht grundsätzlich_ infrage gestellt wird und ein Widerstreben letztere eher gefährden würde. Beispiele:
        – Atomismus in der Naturwissenschaft: Aussterben der Vertreter der alten Anschauungen (Planck),
        – Umweltbewusstsein: toter Rhein, Abgasvorschriften in den USA, insbes. in Kalifornien,
        – Gleichberechtigung der Frau: Studium in Deutschland, vom Ehemann unabhängige Arbeitswahl in Deutschland, Wahlberechtigung in der Schweiz, Führer-/Pilotenschein in Saudi-Arabien,
        – Gleichberechtigung der Afro-Amerikaner in den USA.
        2) Es gibt Veränderungen, die sich _nicht_ mehr oder weniger allmählich durchsetzen, weil hierbei „die eigene Machtposition“ _grundsätzlich_ infrage gestellt wird. Beispiele:
        – (Anlass dieses Blogs:) Leibeigenschaft in Russland, Bürgerrechte in Russland (Revolutionen 1905, Februar 1917), Bauernrechte und Frieden in Russland (Oktoberrevolution 1917),
        – Sklaverei in den USA,
        – Gleichberechtigung der Frau: Anteil an Machtpositionen,
        – Mitbestimmung der Arbeitnehmer.
        Wenn Sie jetzt einwenden, „Revolutionen werden gemacht, um eine Diktatur durch eine andere zu ersetzen“ (O’Brian zu Smith in „1984“), dann werde ich nicht widersprechen, wenn Sie die bürgerlichen Revolutionen (einschließlich der sog. Wenden im Comecom um 1989) einbeziehen.
        Des weiteren schreiben Sie,
        „Voraussetzung für Veränderungen ist in meinen Augen vor allem, dass es trotz aller Rahmenbedingungen funktionierende Institutionen gibt, die ihren Einfluss gelten machen und auch gesellschaftliche Debatten und Mobilisierung anstoßen können.“
        Das gilt für Evolutionen und ist m. E. schon für die 1968-er Revolutionen fragwürdig.
        Was meinen Sie?
        Peter Enders

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  6. Alle diese Gesichtspunkte sind gut und richtig – die Schwierigkeiten, die die Autorin mit diesem Thema hat, rühren daher, dass sie nicht die Schnelligkeit der Veränderung(en) berücksichtigt, nicht zwischen Revolution und Evolution unterscheidet.
    Über die englische Revolution schreibt Steven Weinberg, „die Verhältnisse hatten sich inzwischen so weit geändert, dass sie die alten bleiben konnten.“

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    • Vielen Dank für diesen interessanten Hinweis in Bezug auf die Schnelligkeit von Veränderungen.
      Ich bin jedoch der Auffassung, dass es mehrere Ebenen von Schnelligkeit gibt. Das heißt, es gibt Veränderungen, die sich rasant vollziehen, und dann gibt es wieder Aspekte, die sich nur sehr langsam verändern. Es sind also parallele Entwicklungen. Anhand meiner beiden Beispiele lassen sich bereits einige Aspekte aufführen, an denen deutlich wird, dass einiges bereits ins Rollen gekommen ist und verschiedene Denkmuster kritisch hinterfragt werden, vielleicht auch schon „Mainstream“ geworden sind. Aber trotzdem fehlt an vielen Punkten die Selbstverständlichkeit, sodass in meinen Augen nicht davon gesprochen werden kann, dass diese beiden Beispiele in der Gesellschaft – so wie ich es mir wünsche – verankert sind.

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