Mit und ohne App im Schloss Nymphenburg

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Schloss Nymphenburg

Mein Wochenendtrip nach München führte mich unter anderem in das Schloss Nymphenburg und seinen Schlossgarten im Westen der Stadt. Nicht nur aufgrund des tollen, sonnigen Wetters war der Besuch in diesem Schloss ein besonderes Erlebnis.

Da die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr hervorragend ist, bin ich mit dem Bus bzw. der Bahn angereist und war erstaunt, wie nah das Stadtinnere Münchens ist. Noch im Bus sitzend und eigentlich nichts ahnend, fuhr ich über eine kleine Brücke und konnte auf der rechten Seite bereits die Vorderseite des Schlosses erkennen. Ein genialer Blick, der sich noch verstärkte, als ich auf der Allee direkt auf das Schloss zuging.

Im Eingangsbereich stand ein Aufsteller, der die neue App des Schlossparks vorstellte. Klasse: An dieser Stelle gab es einen von der Stadt zur Verfügung gestellten freien Wifi-Spot, über den die App auf das Smartphone geladen werden konnte. Für mein späteres „Lustwandeln“ im Park lud ich mir natürlich die App direkt runter – allerdings auf das Handy meines Mannes, da ich nicht mehr genügend Speicherplatz hatte.

Der Gang durch das Schloss

Meinen Rundgang begann ich in den Innenräumen des Schlosses und ging so durch verschiedene Räume wie den Festsaal sowie zahlreiche Schlaf- und Audienzzimmer, die durch Wanddekorationen, Gemälde, Möbelstücke und Größe beeindrucken. In jedem Raum befindet sich eine Plexiglasstele, auf der in deutscher, englischer und italienischer Sprache ein Informationstext angebracht ist. Neben Portraits verschiedener für den jeweiligen Raum wichtigen Personen dient ein Grundriss mit markierter Position zur besseren Orientierung im Schloss. Trotz dieser klassischen Wissensvermittlung über Texte waren die Räume an sich für mich beeindruckend genug. Vertiefende Informationen recherchierte ich nach dem Besuch des Schlosses.
Besonders interessant fand ich den Raum im Erdgeschoss, in dem anhand von verschiedenen Medien die Baugeschichte des Gebäudes erläutert wird. So erklären Texte in deutscher und englischer Sprache, ein Film mit 3D-Animationen und ein Modell die unterschiedlichen Bauabschnitte, die sich vom Ende des 17. Jahrhunderts bis in die ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts erstreckten. Wer den Start des Films mit den Animationen verpasst, hat zusätzlich noch über zwei Medienstationen die Möglichkeit, sich individuell einzelne Filmsequenzen anzusehen.

Der Gang durch den Park

Gerade bei gutem Wetter ist das Schlendern durch den Park ein wunderschönes Erlebnis. Ich tat dies mit der App und erhielt so zusätzliche Informationen durch die hinterlegten Audiotracks. Ich konnte mir an insgesamt 23 Stationen im Park Audios anhören sowie auf Detailseiten zusätzliches Bildmaterial sowie Filme mit 3D-Animationen ansehen. Da das Symbol zum Abspielen der Audios in meinen Augen vergleichsweise unauffällig ist, musste ich mich zunächst durch die App klicken. Die Audiotracks selber sind so gestaltet, dass sich historische Zitate und wissenschaftliche Informationen abwechseln und sich gegenseitig ergänzen. Durch unterschiedliche Sprecherstimmen, die Zitate werden von einer Männerstimme und die Informationen von einer weiblichen Stimme gesprochen, wird diese Zweiteilung deutlich. Außerdem wird für jedes Audio der gesprochene Text in verschriftlicher Form angezeigt. Was ich persönlich sehr schade finde, ist die Tatsache, dass man sich nicht zeitgleich ein Audio anhören und die zusätzlichen Materialien wie Bilder ansehen kann. Denn sobald man die Seite mit dem Audio verlässt, wird auch der jeweilige Track unterbrochen. Da ich gerne multitasking unterwegs bin, hätte ich mir hier während des Hörens gerne Bilder angesehen. Ich habe dann des öfteren die Seite mit dem Audio verlassen, um mir die Visualisierungen anzusehen. Da allerdings die Möglichkeit des Vorspulens bei den Audios nicht gegeben ist, musste ich den jeweiligen Track stets von Beginn an anhören.

GPS-Ortung

Durch GPS-Ortung wird dem Nutzer auf einer Karte des Schlossparks, neben den Hörstationen, auch der eigene Standpunkt angezeigt. Hilfreich finde ich dabei, dass, sobald sich eine Station in der Nähe befindet, ein akustisches Signal ertönt bzw. sich ein Pop-Up-Fenster öffnet, in dem auf die Hörstation hingewiesen wird.

Die Möglichkeit aus der App heraus, Fotos zu machen, finde ich genial. Denn in dem Park ergeben sich tausende Möglichkeiten für schöne Aufnahmen. So muss der Nutzer also nicht zwischen App  und Smartphonekamera hin und her wechseln. Der Sinn des QR-Code-Scanners in der App hat sich mir hingegen nicht erschlossen. Ich habe im Park nur einen QR-Code gefunden, der an einer Infotafel mit einem Übersichtsplan angebracht war. Durch das Abscannen des Codes wurde ich dann nur zu der Webseite des Schlosses geführt. Hier hatte ich mit zusätzlichen Informationen gerechnet.
Da es im Park keinen Hinweis mehr auf die App gibt – wie gesagt: im Eingangsbereich zur Kasse steht ein Aufsteller, und da Besucher auch ohne Eintrittskarte den Park besuchen dürfen, verschenkt das Schloss in meinen Augen hier die Möglichkeit, mehr App-Nutzer zu erreichen.

Ob der Besuch der einzelnen Räume oder der Spaziergang durch den Park – ein beeindruckendes Ereignis, das einen in eine andere Zeit versetzt. Der Besuch des Schloss Nymphenburg lohnt sich in jedem Fall.

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